Hallo zusammen. In diesem Bericht erzähle ich, wie ich mir bei einem Fahrradsturz das Radiusköpfchen gebrochen habe – und wie sich die ersten Tage danach angefühlt haben. Alles, was du hier liest, ist meine persönliche Erfahrung. Ich gebe keine medizinischen Ratschläge. Aber vielleicht hilft dir mein Verlauf ein Stück weit, wenn du gerade selbst in dieser Situation steckst.
Wie es passiert ist
Es war ein schöner Vormittag, und ich bin mit dem Rad an der Isar entlang rausgefahren – durch den Englischen Garten, auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen zum Lesen. Dann habe ich in einer Situation nach links geschaltet, und im selben Moment habe ich gemerkt: Da stimmt etwas nicht. Kette, Umwerfer, alles hat blockiert. Das Rad stand quasi schlagartig, und ich bin nach vorne über den Lenker abgegangen. Zuerst auf die Hand, dann auf den Ellenbogen – und am Ende noch auf die Schulter.
Mir war ziemlich schnell klar, dass mit dem Ellenbogen etwas nicht in Ordnung ist. Beugen und Strecken ging kaum noch, und es tat richtig weh. Ein paar andere Radfahrer haben sofort angehalten und geholfen. Irgendwann habe ich gesagt: Danke, passt schon, ich komme allein klar. Ich habe mich noch eine Weile an den Wegrand gesetzt – aber der Arm wurde nicht besser, im Gegenteil. Also bin ich einhändig in die Notaufnahme gefahren.
In der Notaufnahme
Es war Samstag. In der Notaufnahme wurde geröntgt und ein CT gemacht. Der diensthabende Arzt hat mir dann recht direkt gesagt, worum es geht: eine Radiusköpfchenfraktur. Der Radiuskopf war rund drei Millimeter eingedrückt, dazu kam eine weitere, kleinere Fraktur. Sein Rat war eindeutig – operieren. Er hat den Befund noch mit dem Chefarzt abgeklärt, der derselben Meinung war, und man hat mir für zwei Tage später, den Montag, einen OP-Termin angeboten.
Ich stand ziemlich unter Schock und habe gesagt: Danke, aber das möchte ich erst in Ruhe überlegen und eine Zweitmeinung einholen. Der Arzt meinte noch, sofort operieren müsse man nicht – ein Eingriff sollte aber innerhalb von sieben bis zehn Tagen erfolgen, und eher früher als später. Das hat mir etwas Luft verschafft.
Das Wochenende – Kopfkino
Zu Hause habe ich angefangen zu recherchieren und gezielt nach Ellenbogen-Spezialisten in München gesucht. Ich bin auf eine Spezialklinik gestoßen und konnte dort für den Montagvormittag einen Termin bekommen – und für den Nachmittag desselben Tages noch bei einem zweiten Spezialisten. Damit hatte ich zwei unabhängige Meinungen in Aussicht. Blieben erst mal zwei Tage Warten.
Und in diesen zwei Tagen rattert der Kopf. Man geht die Szene immer wieder durch: Hätte ich anders reagieren können? Anders fallen können? Wäre das alles vermeidbar gewesen? Der Sommer stand vor der Tür – und plötzlich die Aussicht, sechs Wochen mit einer Schiene herumzulaufen. Lauter Pläne, die sich gerade in Luft auflösten.
Dazu kam, dass am nächsten Tag meine Frau Geburtstag hatte. Wir sind mit unserer kleinen Tochter ins Schwimmbad – ich mit der provisorischen Schiene aus der Notaufnahme. Ins Wasser konnte ich nicht, also saß ich auf dem Klappstuhl und habe zugeschaut: Väter, die ihre Töchter durch die Luft warfen, Familien, die auf der Wiese Rad schlugen. Genau in solchen Momenten fällt einem auf, was gerade alles nicht geht. Die ersten beiden Tage waren, ehrlich gesagt, ziemlich deprimierend.
„Am Ende war es nur ein Bruch, der sich richten lässt. Dieser Gedanke hat mehr geholfen als alles andere."
Etwa ab dem zweiten, dritten Tag hat sich das gedreht. Ich habe die Situation angenommen – und gemerkt, dass ich eigentlich Glück im Unglück hatte. Es hätte deutlich schlimmer kommen können. Ich war ohne Helm unterwegs, ich war recht schnell, und hinter mir waren Radfahrer, die hätten auf mich auffahren können. Am Ende war es „nur" ein Bruch am Ellenbogen, der sich richten lässt – nichts Hochkompliziertes. Dieser Perspektivwechsel hat mir spürbar geholfen.
Der Montag – zwei Spezialisten, eine Richtung
Am Montag hatte ich dann meine beiden lang ersehnten Termine, einen am Vormittag, einen am Nachmittag. Beide Spezialisten kamen unabhängig voneinander zum selben Ergebnis: Eine OP sei ratsam. Der Grund war nicht nur der Bruch selbst, sondern auch der Knorpel – er sei beschädigt, regelrecht „ausgefranst", wie es hieß. Möglicherweise war das Radiusköpfchen im Moment des Sturzes für einen kurzen Augenblick ausgekugelt und sofort wieder eingerenkt, was den Knorpelschaden erklären würde.
Was ich nebenbei noch getan habe
Parallel hatte ich mir aus der Notaufnahme meine Bilder mitgeben lassen – die Röntgen- und die CT-Aufnahmen – und sie von einer KI begutachten lassen. Welchen Prompt ich dafür verwendet habe, verlinke ich in der Videobeschreibung. Ich finde, die KIs machen das inzwischen erstaunlich gut: strukturiert, nachvollziehbar, und sie erklären verständlich, worum es eigentlich geht. Auch die KI kam zu dem Schluss, dass eine Operation sinnvoll wäre.
Damit hatte ich am Ende dieses ersten Wochenendes drei Einschätzungen, die alle in dieselbe Richtung zeigten: die der Ärzte, meine eigenen Überlegungen – und die der KI.