Rehabilitation & Krankengymnastik: wie mein Ellenbogen wieder beweglich wurde
Der größte Boost für die Heilung meines Ellenbogens war, früh mit der
Physiotherapie anzufangen. Hier teile ich, wie meine Reha ablief, worauf es mir ankam –
und warum ich nicht einfach nach YouTube drauflostrainiert habe.
Zuletzt aktualisiert: 21.07.2026·Lesezeit: ca. 6 Min·Eigene Erfahrung
Kein medizinischer Rat. Das ist mein persönlicher Verlauf, keine
Behandlungsempfehlung. Mach Übungen bitte nur nach Freigabe und Anleitung deiner
Ärztin, deines Arztes oder deiner Physiotherapie.
Kurz gesagt
Der größte Boost für meine Genesung war, früh mit der Physiotherapie anzufangen – bei mir
genau eine Woche nach der OP. Es beginnt bewusst ganz leicht (Lymphdrainage, Faust,
Tennisball) und steigert sich Schritt für Schritt. Der Beugewinkel kam bei mir langsam
zurück: in den ersten Wochen kaum über 90°, dann Richtung 100° und 110° – das ist aber von
Mensch zu Mensch verschieden. Wichtig war mir eine Praxis, die schnell Termine hatte und die
drei Einheiten pro Woche aus meinem Plan zuverlässig umsetzen konnte.
Ich glaube, es gab keinen besseren Boost für meine Genesung – beziehungsweise die meines
Ellenbogens – als früh mit der Physiotherapie anzufangen. Genau eine Woche nach der OP stand
ich schon auf der Matte, in einem schönen Rehazentrum in München, und habe direkt mit den
ersten Übungen begonnen.
Auf die einzelnen Übungen gehe ich hier bewusst nicht zu tief ein – dafür gibt es erfahrene
Physiotherapeut:innen, die deinen Verlauf viel besser einschätzen können als jedes
Internet-Video. Was ich teilen kann, ist, wie sich der Weg angefühlt hat und worauf es mir
ankam.
Der Anfang
Ganz leicht anfangen – und das ist gut so
Die ersten Sessions waren erstaunlich sanft: Lymphdrainage, einen Tennisball in der Hand
halten, die Faust machen und leicht dagegendrücken. Man fängt wirklich behutsam an – und
genau so soll es auch sein. Der Körper muss sich erst wieder an bestimmte Bewegungen
gewöhnen. Die Sehnen, die Muskeln, die Bänder – die waren eine Woche lang quasi im
Tiefschlaf und müssen erst wieder aufgeweckt werden. Man merkt in dem Moment auch, wie viel
Muskulatur in so kurzer Zeit schon abgebaut ist.
Grad für Grad
Nach Plan, nicht nach Gefühl
Die Therapeut:innen arbeiten nach dem Behandlungsplan, den die Klinik eingereicht hat. Bei
mir hieß das zum Beispiel, dass die Beugung zunächst nur passiv trainiert werden durfte. Wie
schnell die Beweglichkeit zurückkommt, ist sehr individuell – zieh aus meinem Verlauf bitte
keine feste Erwartung für dich.
Mein Nachbehandlungsplan – nach diesen Vorgaben wurde trainiert. Zum Vergrößern anklicken.
Eine Faustregel, die sich für mich bewährt hat: Man sollte den Schmerz zwar spüren, aber
bei den Übungen nicht zu weit in ihn hineingehen.
Ganzheitlich denken
Nicht nur der Ellenbogen
Wir haben Übungen sowohl für die Grobmotorik als auch für die Feinmotorik gemacht. Wichtig
war dabei, alles ganzheitlich zu behandeln: Man darf nämlich nicht vergessen, dass durch die
ganze Ruhigstellung auch die Schulter kaum bewegt wurde – deshalb waren Schulterübungen
genauso wichtig. Ab der zweiten Woche haben wir dann ganz vorsichtig auch schon mit ein wenig
Widerstand gearbeitet.
Die ersten Wochen
Woche für Woche ein Stück mehr
Die ersten drei Wochen Physiotherapie vergingen wie im Flug. Wir haben viel an Stabilisation
und Rotation gearbeitet, dazu die Handgelenke, das Drehen der Hand – und natürlich die
Beugung.
Am Anfang konnte ich den Unterarm nur bis 90° beugen, mehr ging schlicht schmerzbedingt
nicht. Die Beugung war bei mir wegen der starken Schwellung und des Kapselrisses im
Ellenbogen die größte Baustelle – sie kam deutlich langsamer voran als der Rest. Erst nach
und nach, etwa ab der fünften Woche nach der OP, habe ich in der Beugung 110° ohne Probleme
hinbekommen. Das Wichtigste ist einfach: dranbleiben und die Übungen auch zu Hause machen.
Ich hatte mir dafür extra ein Theraband und einen kleinen Gymnastikball zugelegt, die mir
bei den Übungen geholfen haben. Vieles geht aber auch ganz ohne Geräte oder Hilfsmittel.
Etwa einen Monat nach der Operation habe ich den Arm auch im Alltag immer mehr eingesetzt –
bei kleinen Dingen wie eine Suppe umrühren oder sich selbst die Socken anziehen. Wichtig
dabei: mit diesem Arm nichts Schweres heben.
Tipp – aber mit Vorsicht. Auf die einzelnen Übungen gehe ich hier bewusst nicht ein.
Wenn du zwischendurch trotzdem etwas ansehen willst, kann ich den YouTube-Kanal von
Thomas Loch Personal Training
empfehlen – da habe ich hin und wieder reingeschaut. Aber: Ich würde nie einfach nach einem
Video drauflostrainieren, ohne vorher mit der Physiotherapie oder der Orthopädie gesprochen zu
haben.
Worauf ich geachtet habe
Die richtige Physiopraxis finden
Bei der Auswahl der Praxis waren mir zwei Dinge wichtig: Bekomme ich schnell Termine – weil
ich wirklich direkt nach der einen Woche anfangen wollte – und ist Konsistenz gewährleistet?
In meinem Nachbehandlungsplan stand, dass ich dreimal pro Woche zur Physiotherapie sollte,
und das wollte ich unbedingt einhalten. Ich habe eine Praxis gefunden, die genau das tipptopp
umsetzen konnte.
Die ersten zehn Termine waren im Nu vorbei – und ich habe dabei deutliche Fortschritte
gemerkt.
„Der größte Boost war nicht eine bestimmte Übung, sondern früh anzufangen und dranzubleiben."
Noch eine Beobachtung
Drei Therapeuten statt einem – überraschend gut
Eine Anmerkung noch zur Physiotherapie: Ich hatte nicht einen Therapeuten, sondern insgesamt
drei, die sich abgewechselt haben. Anfangs wusste ich nicht, wie ich das einschätzen soll –
ich wollte ja Konsistenz, nicht nur zeitlich, sondern auch bei der Begleitung durch eine
feste Person.
Rückblickend muss ich sagen: Der Wechsel war sogar noch besser. Jeder bringt seinen eigenen
Stil und seine eigenen Übungen mit. Der eine ist eher konservativ, der andere etwas
„risikofreudiger" und geht bis ans Limit, der Dritte legt mehr Wert auf Ganzheitlichkeit und
trainiert andere Muskelpartien mit. Alles in allem fand ich genau dieses Setup am besten –
und wollte es auch so behalten.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zu Rehabilitation & Krankengymnastik
Wann durfte ich mit der Physiotherapie anfangen?
Bei mir genau eine Woche nach der OP – möglichst früh anzufangen war für mich der größte Boost. Den Zeitpunkt gibt aber immer dein Behandlungsplan bzw. deine Ärztin oder dein Arzt vor.
Wie oft war ich in der Physiotherapie?
Laut meinem Nachbehandlungsplan dreimal pro Woche. Deshalb war mir eine Praxis mit schnellen, verlässlichen Terminen wichtig – Konsistenz hat bei mir viel ausgemacht.
Wie schnell kam die Beweglichkeit zurück?
Bei mir langsam, vor allem die Beugung: in den ersten Wochen kaum über 90°, die vollen 110° kamen erst um die fünfte Woche nach der OP. Das ist aber von Person zu Person sehr verschieden.
Sollte man einfach nach YouTube trainieren?
YouTube kann eine Ergänzung sein – ich habe z. B. beim Kanal von Thomas Loch Personal Training reingeschaut. Aber ich würde nie ohne Rücksprache mit der Physiotherapie oder Orthopädie einfach drauflostrainieren.
Sollte man die Übungen allein zu Hause machen?
Bei mir lief das Wichtigste über die Physiotherapie, zu Hause habe ich nur das geübt, was dort freigegeben und gezeigt wurde. Allein loszulegen ohne Anleitung würde ich nicht empfehlen.
Hatte selbst eine Radiusköpfchenfraktur nach einem Fahrradsturz und teilt hier
den ehrlichen Verlauf – als Betroffener, nicht als Mediziner. Mehr über mich erfährst du unter Über mich.